Das Dilemma der geringen Unterschiede kommt auch in den aktuellsten Umfragen zum Ausdruck. Die Demokratische Partei und die Sozialistische Partei liegen Kopf an Kopf. Sowohl die Regierungskoalition als auch die grosse Koalition der Opposition unter Führung der Sozialisten erreichen 42 Prozent. Während der Sozialistenchef und Bürgermeister von Tirana, Edi Rama, in der Wählergunst knapp vorne liegt, trauen diese der Partei seines Widersachers und Ministerpräsidenten Sali Berisha mehr zu.
Überschattet werden die letzten Tage vor der Wahl von einem weiteren Mord an einem Politiker. Bei Shkodra wurde am Donnerstag letzter Woche Aleks Keka, Vorsitzender der Christdemokratischen Partei (PDK) der Malësia e Madhe, Opfer eines Explosionsanschlags. Er verstarb sofort. Nur ein paar Tage zuvor kam es im Dorf Qerret zwischen Durrës und Kavaja zu einem Streit zwischen Anhängern der Demokratischen und der Sozialistischen Partei um Wahlplakate. Dabei wurde der demokratische Parteianhänger kaltblütig erschossen. Und anfangs Mai wurde in Roskovec im Kreis Fier der sozialistische Abgeordnete Fatmir Xhindi erschossen. Wie im Fall von Keka wird auch bei Xhindi gemunkelt, dass hier nicht politische Interessen im Vordergrund standen, sondern dass es sich um Abrechnungen unter Kriminellen handelte.
Es bleibt zu hoffen, dass dies die letzten Zeichen von Gewalt vor und vor allem auch nach den Wahlen waren. Brüssel und Washington erinnerten die Albaner nochmals daran, dass diese Wahlen ein Test für die albanische Demokratie und Albaniens Europatauglichkeit sei. -
(07. Mai 2009, 20:42)
Der Mann war laut albanischen Medienberichten vor einigen Tagen in der Türkei verhaftet worden, nachdem in seinem Auto mit diplomatischem Kennzeichen 65 Kilo reines Heroin sichergestellt wurden.
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(01. Juli 2009, 19:04)
- Boykott dauert an -
Politik in Albanien
(14.09.2009) Die Abgeordneten der Sozialistischen Partei boykottieren noch immer das Parlament. Am Wochenende versammelten sich Tausende ihrer Anhänger in Tirana, um gegen das Wahlresultat zu demonstrieren.
Die im Juni gewählten Abgeordneten der Sozialistischen Partei boykottieren auch nach vier Wochen die Tätigkeiten des Parlaments. Obwohl Beobachter aus dem In- und Ausland die Wahlen als Verbesserung gegenüber allen vorangehenden bezeichnen und nur Kleinigkeiten bemängeln, halten die Sozialisten daran fest, dass der Verlauf nicht fair gewesen sei und sie massiv benachteiligt worden wären.
Edi Rama kündigte an, dass sie den Boykott fortsetzen würden, bis ihre Forderungen erfüllt würden. Damit isolieren sie sich aber immer weiter.
Am letzten Sonntag ist es in Tirana zur ersten grossen Demonstration der Opposition gegen die Wahlen gekommen. Zeitgleich sammeln sie noch immer Unterschriften für eine Petition, die die Neuberurteilung »manipulierter Wahlurnen« verlangt.
Die Sozialisten haben jetzt auch angekündigt, die im November in einigen Städten und Gemeinden stattfindenden Lokalwahlen boykottieren zu wollen.
OSZE - newslist. albanien (APA/dpa)
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